15.08.2012 14:39 Age: 9 yrs
Category: Wellness-Bummler, 15. August 2012, Nordsee, Helgoland
By: Liane Kwoll

Mit dem Wellness-Bummler nach Helgoland - Teil 1: Anreise


Früh um fünf klingelte der Wecker. An einem Urlaubstag. Der Witz dabei: Ich war längst wach und trank meine erste Tasse Kaffee.
Pommes, unser roter Halbperser-Kater, fand Urlaub doof. Nicht dass es grundsätzlich schlecht wäre, wenn die zweibeinigen Dosenöffner den ganzen Tag über zu Hause sind - aber wie ätzend, dass sie morgens nicht zur gewohnten Zeit aufstehen. Da muss man als Hunger leidender Kater schon mal selbst Pfötchen anlegen und den Weckdienst übernehmen.
Mir war es recht, zumindest heute. Schließlich hatten wir viel vor, Helgoland stand auf dem Plan. „Vergiss nicht, die Sonnencreme einzupacken,“ krakelte es aus dem Wohnzimmer. Nanu? Mein Mann schlief doch noch.
„Mir kann es ja egal sein,“ ging der Lärm weiter. „Aber denk an deinen Sonnenbrand beim Drachenbootrennen!“
Ach ja, alles klar. Unser grüner Gast - der Wellness-Bummler - hatte auch schon ausgeschlafen und war offensichtlich ganz schön aufgeregt. Kein Wunder. Genau wie für mich sollte dies seine erste Fahrt nach Helgoland sein.
Ich ging ins Bad und beneidete wieder einmal die männliche Hälfte unserer Spezies. Wenn Gerd eine halbe Stunde vor Aufbruch aufstehen würde, hätte er immer noch genügend Zeit für seinen Morgenkaffee. Zähneputzen, Duschen Haaretrocknen und Rasieren war bei ihm eine Sache von 15 Minuten. Mein Aufwand war da bedeutend größer. Mit 44 Jahren kann frau immer noch gut aussehen - nur dauert es von Jahr zu Jahr länger.
Punkt 6.45 Uhr saßen wir dann alle in Auto und fuhren in den noch jungen Tag. Genauer gesagt: Gerd und ich taten das. Der Wellness-Bummler lag auf der Rückbank und träumte vor sich hin.
„Ob da auch Robben sind?“ fragte er uns versonnen.
„Na ich hoffe doch,“ antwortete Gerd und zeigte auf seine Kamera. „Schließlich will ich sie filmen.“
In Büsum angekommen, trennten uns noch etwa 60 Kilometer Nordsee von Helgoland und den Robben. Wir hatten Tickets für die „Lady von Büsum“ reserviert und dieses Schiff erwies sich als eine etwas ältere, gemächliche Dame. Sie begrüßte uns mit einem leckeren Frühstück an Bord. So weit, so gut. Auch die Sonnenliegen, die man sich für einen Extraobulus sichern konnte, waren sehr bequem. Auf den unteren Decks drängten sich die Massen, wir aber hatten Platz und freie Sicht beim Auslaufen.
Und Sonne. Es war ein heißer Tag und die Lady fuhr mit dem ablandigen Wind, so dass kein Lüftchen für Abkühlung sorgte.
„Danke, dass du mich an die Sonnencreme erinnert hast“, flüsterte ich dem Wellness-Bummler zu. Es musste ja nicht jeder wissen, dass ich mit einer Tasche sprach.
„Keine Ursache“, kam prompt die nicht eben leise Antwort. Na toll! So viel zum Thema „nicht auffallen“ ... Glücklicherweise nahm aber schon bald ein anderes Ereignis die Aufmerksamkeit der Fahrgäste in Anspruch. Schon eine ganze Weile hatte uns die „Funny Girl“ verfolgt. Keine Ahnung, wie viel später als wir das lustige Mädchen Büsum verlassen hatte, aber es war um einiges flinker unterwegs als unsere alte Dame und so verkürzte sich der Abstand zusehends.
„Angeber!“ brummelte Gerd vor sich hin. Es kratzte wohl an seiner Ehre, überholt zu werden. Mich wunderte das nicht. Ich weiß ja, wie er Auto fährt.
Irgendwann kam dann aber auch für uns Helgoland in Sicht, rückte immer näher und endlich waren wir da. Oder auch nicht. Neben der „Funny Girl“ lagen noch zwei weitere Schiffe vor der Insel und für alle Passagiere hieß es nun: umsteigen in die kleinen Zubringerboote und mit ihnen das letzte Stück an Land. Eine äußerst schaukelige, abenteuerliche und vor allem langwierige Angelegenheit.
Mann und Maus - ob Baby im Kinderwagen oder Opa im Rollstuhl - mussten durch dieses Nadelöhr und wir sahen den Aufenthalt auf Helgoland von den geplanten vier Stunden auf drei schrumpfen, denn rückwärts würde es das gleiche Spiel ja noch einmal geben.
Der Wellness-Bummler nahm es sportlich. „Abenteuer, Abenteuer!“ Er hüpfte aufgeregt umher. Vor nicht allzu langer Zeit war er Fallschirm gesprungen und nun kam ihm das Umsteigen vom großen Schiff in die wackelige Nussschale gerade recht. Er lachte, als das kleine Boot durch die Wellen tanzte und ihn die Gischt nass spritzte.
Zugegeben, auch ich genoss die Abkühlung. Trotzdem war ich froh, als ich endlich den festen Boden von Deutschlands einziger Hochseeinsel unter meinen Füßen spürte.
Eine Seefahrt, die ist lustig. Selbst auf einer behäbigen Dame wie der „Lady von Büsum“ und bei ruhiger, windstiller See. Aber jetzt endlich würden wir freilebende Robben sehen und darauf hatten wir alle schon so lange gewartet.

Wenn auch Ihr jetzt auf die Robben wartet, muss ich Euch enttäuschen.
Hier ist die Stelle für das unvermeidbare: „Fortsetzung folgt“.
Aber - mal ehrlich - bis hierher war die Geschichte doch auch erst mal lang genug, oder?


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